Claudia Roth setzt sich für Gedenkstätte ein

Wegen fehlendem Geld für den Betrieb und den Ausbau hat in Ostwestfalen die Gedenkstätte in einem ehemaligen Kriegsgefangenenlager der Nazis vorerst geschlossen. Am vergangenen Montag hatte eine Mehrheit aus CDU, der örtlichen Freie-Wähler-Vereinigung und der AfD die anberaumte Finanzierung von 400.000 Euro im zuständigen Kreistag blockiert.
Das Lager Stalag 326, in dem Schätzungen zufolge 60.000 sowjetische Gefangene wegen katastrophaler Lebensbedingungen starben, sollte mit Bundesmitteln zu einer großen Gedenkstätte ausgebaut werden. Wegen der nun nicht bewilligten Gelder von vor Ort droht das Vorhaben zu scheitern.


Der Verein, der den Betrieb der Gedenkstätte organisiert, zeigte sich „schockiert“ über die Entscheidung der Gütersloher CDU-Fraktion sowie der Freien Wähler und der AfD. 2015 hatte eine Rede des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck den Anstoß für den Ausbau der Gedenkstätte gegeben. Es sei zu befürchten, dass die Bundesförderung in Höhe von 25 Millionen Euro nach dem Kreistagsbeschluss nicht mehr zur Verfügung stehen werde, erklärte der Förderverein. „Damit wäre die Neukonzeption der Gedenkstätte endgültig gescheitert, sollte sich nicht noch kurzfristig eine politische Lösung finden.“


Aus Berlin kam am Sonntag Kritik von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne). „ Es wäre ein herber Rückschlag für die Erinnerungskultur in unserem Land, wenn die Gütersloher CDU mit Unterstützung der AfD die Finanzierung einer wichtigen Gedenkstätte stoppt und damit deren Schließung riskiert“. Sie werde die Verantwortlichen auf der Landesebene und der kommunalen Ebene zu einem klärenden Gespräch bitten, erklärte die Grünen-Politikerin.

Fotonachweis: J. Konrad Schmidt

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