Im Rahmen der Marler Frauenkulturtage fand im Grünen Büro eine Veranstaltung mit Terry Reintke, (Co-)Fraktionsführerin der Grünen/EFA im Europaparlament mit Marler Wurzeln, statt. 30 Besucher*innen lauschten ihren Ausführungen zum Thema Antifeminismus und diskutierten anschließend angeregt und ausführlich darüber. Thema war auch ihre Arbeit im EU-Parlament sowie die Ziele, Erfolge und Misserfolge der GRÜNEN Fraktion. Es gab viele Nachfragen zum Kampf gegen die rechten Fraktionen, die leider in den vergangenen Monaten auch viel Zuspruch und Unterstützung von der EVP erhalten haben.
Terry Reintke gab einen Einblick in das Thema Antifeminismus. Es ist ein Thema, an das man sich vorsichtig annähert, das sich aber abstrakt anhört. Gibt es ihn überhaupt? Sind wir alle zu überempfindlich geworden?
Genau dieses Gefühl der Unsicherheit ist das Ziel vieler reaktionärer Akteure. Und genau deshalb ist es wichtig, sich zusammenzusetzen und darüber zu reden. Wir von den Grünen in Marl sowie zahlreiche Marlerinnen und Marler, die hören wollten, was Terry dazu sagt, haben diese wunderbare Gelegenheit genutzt, um mit einer EU-Abgeordneten live zu diskutieren.
Was wollen Menschen, die Antifeminismus propagieren? Ganz plump gesagt: Sie wollen die gesellschaftliche Uhr zurückdrehen. Frauen sollen demnach zu Hause bleiben, Kinder gebären, den Haushalt führen und „dem Mann” dienen. Begründet wird dies mit der „natürlichen”, manchmal auch mit der „gottgegebenen” Rolle der Frau. Das Problem dabei aus Sicht der Antifeminist*innen: Sie können ihre Ziele nicht klar formulieren, da sie sonst keine Akzeptanz fänden. Sie müssen eine andere Sprache wählen und geschickt vorgehen. Sie müssen die breite Masse erreichen und ihre Ziele geschickt verpacken.
Terry kämpft im EU-Parlament für den Digital Services Act (DSA). Dieser schafft einheitliche europäische Haftungsvorschriften für digitale Plattformen wie X, die Plattform von Elon Musk. Damit soll die Verbreitung illegaler Inhalte verhindert werden. Das klingt zunächst sehr abstrakt, bedeutet aber beispielsweise, dass KIs keine Nacktbilder von Frauen mehr veröffentlichen dürfen. Mit anderen Worten: Jemand haftet für die Verbreitung illegaler Nacktbilder. Die EU betrifft uns alle – vor allem dann, wenn reaktionäre Menschen wie Musk versuchen, uns zu manipulieren. Es ist also extrem wichtig, mit der EU ins Gespräch zu kommen, zum Beispiel durch Terry.
Sicherlich wird es die nächste Gelegenheit geben, bei der Terry uns besuchen wird. Wir sollten alle miteinander ins Gespräch kommen. Melde dich einfach bei uns. Wir bringen Kaffee oder Tee mit, du bringst dein Thema mit, und wir reden darüber.




